Freitag, 9. Mai 2025

Vierunddreißigste Etappe

Ein Tag, so wie ich ihn überhaupt nicht gebrauchen kann. Es regnet, es hat auch mal gehagelt. Es ging auf über 1.200 m Höhe rauf. Der Weg war zum größten Teil mit der Original-Pilgerroute identisch. Das bedeutet: Schotter, Geröll, SCHLAMM, große Pfützen, einfach eine Katastrophe. Das Ganze als Euroveloroute 3 zu benennen ist eine Unverschämtheit. Selbst bei gutem Wetter wäre die Piste indiskutabel. Am Ziel in Burgos angekommen, hieß es dann, dass ich das Fahrrad mit auf das Zimmer nehmen soll. So verschlammt und verdreckt wie es war, ließ ich mir erst einmal einen Eimer mit warmem Wasser und einen Lappen geben. Vor der Hoteltür habe ich dann unter einer Markise, bei Gewitter und Starkregen, mein Fahrrad geputzt. Das Zimmer ist im ersten Stock. Zum Glück gibt es einen Aufzug. Leider so klein, dass ich mein Rad hochkant darin transportieren musste. Jetzt steht also ein einigermaßen geputztes Rad neben meinem Bett. Ich habe dieses Hotel für 2 Nächte gebucht, morgen ist Ruhetag. Nach 5 Wochen Fahrt will ich mal einen Tag entspannen. Gerne möchte ich mir morgen lange Burgos ansehen, es soll aber den ganzen Tag schlechtes Wetter werden. Mal sehen.

Donnerstag, 8. Mai 2025

Dreiunddreißigste Etappe

Der Tag begann mit einem guten Frühstück. Ich war in einem IBIS-Hotel, da gab es sogar mal wieder Müsli. Und verschiedene Sorten Kaffee. Außerdem Schinken. Die Fahrt führte durch Rioja, ein bekanntes spanisches Weinbaugebiet. Die Weinfelder sind relativ klein - im Vergleich zu denen bei Bordeaux. Es fuhren durch sehr viele Felder die Trecker, die irgendwelche Mittel verspritzten. Heute habe ich es recht langsam angehen lassen und mehrere Pausen gemacht. Dabei gab es einmal Baguette mit Rührei und Chorizzo. Am heutigen Ziel angekommen, hatte ich noch eine gute Stunde Wartezeit, bis das Hostel öffnete. Die Zeit habe ich für eine gute vegetarische Paella genutzt. Unterwegs habe ich wieder Massen von Pilgern überholt, die sich teilweise sehr dafür bedankten, dass ich vor dem Überholen die Klingel benutzt habe. Man scheint hier anderes gewohnt zu sein.
Unterwegs kam ich durch eine Park, in dem es eine öffentliche Grillstelle gibt. Daneben war auch noch eine Spülstelle mit dem Verbot, dort Fische auszunehmen. Irgendwie verständlich.
Gestern habe ich den Nachmittag auch genutzt, um mal einen Barbershop aufzusuchen. Ich sah vorher doch schon etwas verwegen aus.

Mittwoch, 7. Mai 2025

Zweiunddreißigste Etappe

Heute ging es schon früh los, das Zimmer musste um 8:45 Uhr geräumt sein. Das Wetter ist prächtig, vielleicht ein wenig zu viel Wind. Der Radweg war heute zum größten Teil identisch mit der Original-Wanderroute. Meistens waren es Schotterwegem an einigen Stellen stark erodiert durch den Regen der letzten Wochen. Der Camino ist hier eine Massenbewegung. In jedem kleinen Ort gibt es Herbergen, unterwegs haben Leute Fahrzeuge oder einfach nur Tische abgestellt und verkaufen Getränke und Speisen. So kam ich dann auch irgendwann zu einem Frühstück: Baguette mit Rührei und Käse. Ganz frisch gemacht, lecker. Gestern hatte ich kurz vor dem Ziel einen Pilger im Rollstuhl überholt. Heute Vormittag den selben Pilger wieder! Alle Achtung, auf diesen Strecken, über die ich schon schimpfe, fährt er mit handbetriebenem Rollstuhl.

Dienstag, 6. Mai 2025

Einunddreißigste Etappe

Ab jetzt geht es immer Richtung Westen. Heute blieb es trocken. Dafür wurden die Radwege indiskutabel. Schotter war harmlos, es gab zwischendurch Trampelpfade, total verschlammt. Aber ausgewiesen als Original-Radweg EV3! Manchesmal fahre ich doch lieber an einer gut befahrenen Landstraße entlang.

Ein paar Eindrücke von Pamplona

Nachdem ich eingecheckt hatte, machte ich mich auf den Fußweg in die Altstadt. Die Jagd der Stiere durch die Gassen habe ich nur als Statue gesehen. Pamplona hat eine sehr schöne Altstadt, es gibt noch viele kleine Geschäfte und viel Treiben in den Gassen.

Montag, 5. Mai 2025

Dreißigste Etappe

Berge haben es so an sich, dass sich die Wolken aufstauen und abregnen. Von Beginn der heutigen Fahrt an bis zum Mittag zog es sich mit dem Regen hin. Der höchste Punkt war die Passhöhe kurz vor Roncevalles. Ab hier wurde es mit dem Regen besser, dafür wurde es erheblich kälter, es waren 5°! Ich zog meine Handschuhe an. Am Kloster in Roncevalles gibt es ein Touristenbüro, dort habe ich einen Stempel erhalten und mich nett auf deutsch unterhalten. Danach ging es in der Regel nur noch abwärts. Das Quartier in Pamplona ist im 8. Stock eines Hochhauses. Das Fahrrad steht in einem Kellerraum und wird dort aufgeladen.
Die Restreichweite meines Akkus betrug am Ziel (im Ecobetrieb: 1 km!). Ich war aber auch zwischendurch immer wieder sparsam.

Sonntag, 4. Mai 2025

Neunundzwanzigste Etappe

Heute geht es in die Pyrenäen. Also werden die ersten guten Steigungen auf mich zukommen. Es war genau so, an einigen Stellen hieß es absteigen und schieben. Das Wetter entwickelte sich zum schlechteren. Erst blauer Himmel und warm, dann wurde es schwül und als ich am Ziel in St. Jean Pied de Port ankam, brach ein Gewitter los. Ich hatte das Glück, das Rad erst noch durch die Altstadt schieben zu können und mein Quartier aufzusuchen. Dann brach der Regen los. Für morgen sieht der Wetterbericht auch nur Regen vor und ich habe vor Pamplona kein Quartier über das Netz gefunden. Die Aussagen zur Entfernung sind ganz unterschiedlich, Chat GPT sagt, es werden 75 km, Komoot spricht von 95 km. Ist schon wichtig, denn es liegen einige Berge dazwischen und ich muss auf über 1.00m rauf. Kurz vor St. Jean sah ich dann ganz viele Pilger, fast alle zu Fuß. In der Stadt boten etliche Vermieter Zimmer oder auch nur Betten in Schlafsälen für die Nacht an.

Ein wenig Statistik

Ich habe eine Tabelle erstellt, in der die Etappen nachvollziehbar sind Die Kilometerangaben stimmen nicht unbedingt mit den Angaben aus K...

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